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Corona-Zahlen steigen seit Tagen stark an: Floppt der Lockdown-Alleingang? Saarlands-Konzept vor dem Aus

2021-04-15T13:44:00.031Z

Saarland preschte mit Lockerungen vor. Das Modellprojekt spaltete. Eine Woche nach dem Start sieht es allerdings düster aus. Das Bundesland muss wohl die Notbremse ziehen. Saarland preschte mit Lockerungen vor. Das Modellprojekt spaltete. Eine Woche nach dem Start sieht es allerdings düster aus. Das Bundesland muss wohl die Notbremse ziehen. Saarbrücken - Völlig losgelöst vom Lockdown-Modus erklärte sich das Saarland zur Modellregion. „Impfen - Testen - Öffnen“ - so lautet das Motto des Saarland-Modells. Kaum eine Woche nach dem Start am 6. April muss das Saarland



Saarland preschte mit Lockerungen vor. Das Modellprojekt spaltete. Eine Woche nach dem Start sieht es allerdings düster aus. Das Bundesland muss wohl die Notbremse ziehen.

Saarbrücken - Völlig losgelöst vom Lockdown-Modus erklärte sich das Saarland zur Modellregion. „Impfen - Testen - Öffnen“ - so lautet das Motto des Saarland-Modells. Kaum eine Woche nach dem Start am 6. April muss das Saarland wohl die Notbremse ziehen. Die Rückkehr zum harten Lockdown steht bevor, sollte sich die Lage nicht kurzfristig ändern.

Eine Expertengruppe des saarländischen Gesundheitsministeriums rät, die Ampel im „Saarland-Modell“ auf Rot zu stellen, wenn sich die Infektionslage am Donnerstag nicht verbessere, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Die Entscheidung könnte demnach dann schon an diesem Freitag (16. April) getroffen werden. Die Experten verweisen unter anderem auf den gestiegenen R-Wert (1,5) und die Verdopplung der Mutations-Fälle innerhalb eines Tages.

Corona in Deutschland: Saarland-Modell vor dem Aus? Inzidenz steigt an

Die höchste Alarmstufe Rot bedeutet die „Rücknahme aller Öffnungsschritte und konsequenter Lockdown“, wie es der „Drei-Stufen-Plan“ im Saarland-Modell vorsieht. Die Stufe 3 steht laut der Landesregierung für „drohende Überlastung des Gesundheitswesens“.

Seit Montag steht die Ampel bereits auf Gelb - weil die 7-Tage-Inzidenz an drei Tagen hintereinander über 100 gestiegen war. Seitdem gilt eine erweiterte Testpflicht - im Einzelhandel und bei Friseuren (allen körpernahen Dienstleistungen). Ausnahmen davon gibt es lediglich für das Einkaufen im Supermarkt und Bankdienstleistungen oder medizinischen Behandlungen. In allen bisher geöffneten Bereichen muss ein negativer Corona-Test (nicht älter als 24 Stunden) vorgelegt werden. Momentan liegt die 7-Tage-Inzidenz laut Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei 117,7. Am Starttag des Saarland-Modells - am 6. April - hatte der Wert noch bei 88,9 gelegen. In den zwei vergangenen Wochen im Saarland ist diese Entwicklung bei den Corona-Fallzahlen besonders stark, heißt es im aktuellen RKI-Lagebericht. Das RKI meldete am Donnerstag beklemmende Infektionszahlen.

Saarland: Wie überlastet sind die Intensivstationen?

Die Saarländische Krankenhausgesellschaft warnte am Donnerstag vor einer Überlastung der Intensivstationen im Saarland. „Die Lage ist ernst. Sie ist sehr angespannt“, sagte Geschäftsführer Thomas Jakobs. Rund 90 Prozent der Plätze seien belegt - wobei die große Auslastung weniger von den Covid-Patienten herrühre. Es handele sich in vielen Fällen um Patienten „aus einem Stau von Behandlungen“ aus dem Jahr 2020, die wegen Corona verschoben worden seien. Am Mittwoch lagen 172 Covid-Patienten im Krankenhaus, davon 55 auf der Intensivstation, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die Lage in anderen Kliniken spitzt sich derweil schon zu. Intensivmediziner in Deutschland warnen eindringlich vor der dritten Corona-Welle.

Beim Impfen legt das Saarland Tempo vor. Ab diesen Donnerstagabend (ab 18 Uhr) können sich über 60-Jährige für einen Impftermin anmelden. Das Gesundheitsministerium öffnet dann nach eigenen Angaben die Impfliste zur Priorisierungsgruppe 3.  

Corona in Deutschland: Saarland-Modell vor dem Aus

Regierungschef Tobias Hans (CDU) soll am Freitag mit seinen Ministern zusammenkommen, berichtet die Saarbrücker Zeitung. Dann könnte der Ministerrat die Umstellung der Corona-Ampel und eine erneute Verschärfung der Regeln beschließen. Mit der Freiheit in der Corona-Pandemie ist es dann wohl vorbei. Nach Ostern durften Lokale ihren Außenbereich öffnen, wenn die Gäste reserviert hatten und die Kontaktnachverfolgung gesichert war. Auch Kinos, Fitnessstudios und Theater durften, mit Kontaktnachverfolgung und einem negativen Corona-Test für Besucher öffnen. Wenn alles gut läuft, hatte Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) weitere Öffnungsschritte nach dem 18. April angekündigt. Dieser Plan ist angesichts der Infektionszahlen in weite Ferne gerückt. (ml/dpa)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Source: merkur

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