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George Floyd-Prozess: Angeklagter Ex-Polizist Chauvin verweigert die Aussage

2021-04-15T17:20:05.737Z

Ihm droht jahrzehntelange Haft – dennoch will der mutmaßlich für den Tod von George Floyd verantwortliche Ex-Polizist nicht vor Gericht aussagen. Der Prozess steht damit vor dem Abschluss. Bild vergrößern Eine Frau hält bei einer Protestaktion für den durch Polizeikugeln getöteten Afroamerikaner Daunte Wrigth ein Plakat mit der Aufschrift »Gerechtigkeit für George Floyd« Foto: John Minchillo / dpa Der weiße Ex-Polizist Derek Chauvin ist im Prozess um den Tod des Afroamerikaners George Floyd in mehreren Punkten angeklagt, ihm drohen bis zu 40 Jahre Gefängnis. Etliche Augenzeugen ha



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Eine Frau hält bei einer Protestaktion für den durch Polizeikugeln getöteten Afroamerikaner Daunte Wrigth ein Plakat mit der Aufschrift »Gerechtigkeit für George Floyd«

Foto: John Minchillo / dpa

Der weiße Ex-Polizist Derek Chauvin ist im Prozess um den Tod des Afroamerikaners George Floyd in mehreren Punkten angeklagt, ihm drohen bis zu 40 Jahre Gefängnis. Etliche Augenzeugen haben in dem seit rund zwei Wochen laufenden Prozess bereits ausgesagt, der Beschuldigte selbst will sich jedoch nicht mehr äußern.

Er verweigere die Aussage und habe dies aus freien Stücken entschieden, sagte Chauvin auf Nachfrage von Richter Peter Cahill. Im US-Recht ist es Angeklagten erlaubt, die Aussage zu verweigern, um sich nicht selbst zu belasten. Richter Cahill sagte, er werde die Geschworenen unterrichten, dass Chauvin von seinem Recht Gebrauch gemacht habe, dies solle aber nicht gegen ihn verwendet werden. Das Verfahren am Gericht in Minneapolis neigt sich damit dem Abschluss zu.

Der schwerwiegendste Anklagepunkt gegen Chauvin lautet Mord zweiten Grades ohne Vorsatz. Darauf stehen bis zu 40 Jahre Haft. Nach deutschem Recht entspräche dies eher dem Totschlag. Zudem wird Chauvin auch Mord dritten Grades vorgeworfen, was mit bis zu 25 Jahren Haft geahndet werden kann. Auch muss er sich wegen Totschlags zweiten Grades verantworten, worauf zehn Jahre Haft stehen. Chauvin hatte zu Beginn des Verfahrens auf nicht schuldig plädiert.

Im Hauptverfahren waren zwei Wochen lang Zeugen der Anklage angehört worden, die Verteidigung erklärte die Anhörung ihrer Zeugen am Donnerstag nach nur zwei Tagen für beendet. Damit ist der Weg frei für Abschlussplädoyers am Montag. Im Anschluss daran wird sich die Jury beraten, um über Schuld oder Unschuld Chauvins zu befinden.

Der 46-jährige Floyd war am 25. Mai vergangenen Jahres in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota bei einer brutalen Festnahme ums Leben gekommen. Videos dokumentierten, wie Polizisten den unbewaffneten Mann zu Boden drückten. Videos von Passanten zeigten dabei, wie Chauvin sein Knie rund neun Minuten lang in Floyds Nacken gedrückt hatte, während dieser flehte, ihn atmen zu lassen. Floyd verlor der Autopsie zufolge das Bewusstsein und starb.

Chauvins Verteidiger und Experten argumentierten, dass Floyds Tod nicht primär auf Gewalteinwirkung zurückgehe, sondern vor allem auf dessen vorbelastete Gesundheit und Rückstände von Drogen in seinem Blut.

Experten der Staatsanwaltschaft wiesen dies klar zurück. Ein Lungenspezialist etwa erklärte, Floyd sei an den Folgen von Sauerstoffmangel gestorben. Der niedrige Gehalt an Sauerstoff habe Hirnschäden verursacht und Floyds Herz zum Stillstand gebracht. Der Polizeichef von Minneapolis, Medaria Arradondo, bezeichnete Chauvins Gewaltanwendung als unverhältnismäßig und vorschriftswidrig.

fek/dpa

Source: spiegel

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