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Paris Saint-Germain schaltet Bayern München aus: Neymar war einfach überall

2021-04-14T10:16:53.882Z

Neymar überall: Beim Halbfinal-Einzug in der Champions League war der Pariser Stürmer der überragende Spieler. Bild vergrößern Neymar nach dem Spiel: »Ich schulde dem Trainer und dem Team ein Tor« Foto: JB Autissier / imago images/PanoramiC Als der Pausenpfiff im Pariser Prinzenpark ertönte, zeigten die Fernsehbilder auch schon Neymar. Der Brasilianer im Trikot von Paris Saint-Germain schritt vom Feld, er schüttelte kurz den Kopf, machte dicke Backen. Dann sprach er kurz mit sich selbst. Diese Szene hat



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Neymar nach dem Spiel: »Ich schulde dem Trainer und dem Team ein Tor«

Foto: JB Autissier / imago images/PanoramiC

Als der Pausenpfiff im Pariser Prinzenpark ertönte, zeigten die Fernsehbilder auch schon Neymar. Der Brasilianer im Trikot von Paris Saint-Germain schritt vom Feld, er schüttelte kurz den Kopf, machte dicke Backen. Dann sprach er kurz mit sich selbst.

Diese Szene hatte eine Vorgeschichte. Im Champions-League-Finale der Vorsaison waren es Bilder von Neymars Tränen, die um die Welt gingen. Beim 0:1 im Endspiel gegen die Bayern waren Neymar und seine Teamkollegen reihenweise an Manuel Neuer gescheitert. Und nach den ersten 45 Minuten beim diesjährigen Viertelfinal-Rückspiel der Königsklasse musste man den Eindruck bekommen, diese Geschichte könnte sich nun wiederholen.

In der 34. Minute lenkte Bayerns Keeper Neuer einen Schuss des Angreifers an den Pfosten. Zuvor hatte Neymar den Münchner Verteidiger Lucas Hernández mit sechs Übersteigern (wobei das bloße Auge mit dem Zählen nicht wirklich hinterherkam) schwindelig gespielt.

Drei Minuten später, die 37. Minute, ließ Neymar Kingsley Coman per Hackentritt aussteigen. Dann schlenzte der 29-Jährige den Ball auf den Querbalken. Neuer sah dem Ball hinterher, er wäre chancenlos gewesen.

Aller guten Dinge sind drei

Nochmal zwei Minuten später, die 39. Minute, wurde Neymar sehenswert von Kylian Mbappé freigespielt. Und diesmal setzte Neymar den Ball aus zentraler Position an die rechte Torstange. Anschließend vergingen nur wenige Sekunden, es gab keine Unterbrechung, dann traf auf der anderen Seite Eric Maxim Choupo-Moting zum 1:0 für den FC Bayern. Danach der Halbzeitpfiff, dann die Fernsehbilder vom ratlos wirkenden Neymar.

Doch nach 90 Minuten weinte Neymar nicht. Er schrie vor Freude. Neymar hatte zwar sämtliche Torchancen vergeben und seine Mannschaft 0:1 gegen die Münchner verloren. Der 3:2-Sieg im Hinspiel vor einer Woche und die Auswärtstorregel haben jedoch für den Einzug ins Halbfinale gesorgt. »Ich habe dem Trainer gesagt, dass ich ihm und der Mannschaft ein Tor im Halbfinale schulde«, sagte Neymar nach dem Spiel.

Das Viertelfinal-Rückspiel zwischen PSG und dem FC Bayern hatte all die Neymar-Szenen parat, die man vom brasilianischen Superstar erwartet. Scharfe Schüsse, schnelle Dribblings. In der 53. Minute düpierte Neymar die Münchner Joshua Kimmich und Thomas Müller mit einem Übersteiger an der Mittellinie, Kimmich versuchte noch hinterherzukommen, aber Neymar war längst weg und leitete eine weitere Großchance ein. Die List, das Tempo, die Entschlossenheit – Neymar leitete die Szene selbst ein und kam am Ende Sekunden zu spät, um selbst abzuschließen. Auch hier verpasste er ein Tor.

Neymar lag oft auch am Boden, manchmal wusste man gar nicht so genau, warum eigentlich. Müller wirkte nach dem Spiel schwer genervt. Es sei ein ganz zerfahrenes Spiel gewesen, sagte der Münchner, und »diese vielen Schreie« hätten nur für Unruhe gesorgt, auch der Schiedsrichter habe sich laut Müller beeinflussen lassen, wobei der eher kein Grund für das Bayern-Aus gewesen ist.

Zu Neymar gehören die schönen Bilder, die des feinen Fußballers, und auch die anstrengenden, die des Überziehers.

Aber Neymar bringt auch eine Eigenschaft mit, die gerade im deutschen Fußball immer wieder beschworen wird: die des Kämpfers, der sich reinhaut. Gegen die Bayern kam der Angreifer auf neun Torschussbeteiligungen (kein anderer hatte mehr), er bestritt aber auch die meisten Zweikämpfe seines Teams (30). Auffällig war auch, wie viel tiefer Neymar gegen den Ball positioniert war und wie viel besser er mitgearbeitet hatte als noch im Hinspiel. Das führte mit dazu, dass Kimmich viel seltener ungestört dribbeln und Bälle verteilen konnte als noch vor einer Woche.

Neymar war überall.

Für PSG zu spielen, das bedeutet auch Verteidigen, selbst als Topstürmer, zu schwach ist die Defensive besetzt. Und Neymar macht das inzwischen ziemlich artig mit. Nach dem Spiel sagte er, dass er sich in Paris sehr wohlfühle, das klang auch mal anders, sein Vertrag endet 2022.

Unmittelbar nach Abpfiff schnappte sich Neymar einen Teamkollegen, sie jubelten nur ganz kurz miteinander, dann zog Neymar schnell weiter in Richtung David Alaba. Der Münchner war es, der Neymar nach dem verlorenen Endspiel im August aufgebaut hatte. Diese Geste hat Neymar offenbar nicht vergessen, denn nun lag Alaba in den Armen von Neymar.

Nächster Gegner: Dortmund oder City?

2017 kam Neymar als teuerster Spieler der Welt (222 Millionen Euro Ablöse) zu PSG, das mit Geldern aus Katar finanziert wird. Noch immer dürfte dieses Investment mit gemischten Gefühlen betrachtet werden. Auf der einen Seite haben die Investoren eine Aufmerksamkeit bekommen, die sie ohne ihren Starspieler nicht für ihr Projekt in Paris bekommen hätten. Auf der anderen Seite stehen zwar 83 Treffer und 49 Torvorlagen in 107 Pflichtspielen für PSG, aber auch etliche Verletzungen und Sperren bei Neymar. In dieser Saison verpasste er bereits 24 Pflichtspiele, und auch der Triumph in der Königsklasse fehlt bisher.

Entscheidend ist deswegen, dass Neymar in den kommenden Wochen dabei ist. Ende April empfängt PSG den Sieger aus dem Duell zwischen Manchester City und Borussia Dortmund zum Halbfinal-Hinspiel. Für diese großen Spiele haben die Geldgeber Neymar aus Barcelona geholt. In diesen Spielen muss er auftrumpfen. Er scheint in guter Form, auch wenn ihm diesmal ein Tor gefehlt hat.

Source: spiegel

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