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Moto G100 im Test: Motorola will das Handy zum Homeoffice machen

2021-04-15T08:47:30.627Z

Das neue Moto G100 von Motorola soll Smartphone und Mobil-PC zugleich sein. Was gut klingt, ist in der Praxis etwas fummelig, zeigt unser Test. Bild vergrößern Motorolas mobiler Arbeitsplatz: Ein Handy, viele Kabel Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL Manche Smartphones sind mittlerweile so leistungsfähig, dass man sie mit Apps wie WhatsApp und Instagram bloß langweilt. Samsung beispielsweise pflegt mit »DeX« schon seit Jahren ein System, mit dem man seine Mobilgeräte an einen Bildschirm oder ans Display eines Notebooks anschließen und da



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Motorolas mobiler Arbeitsplatz: Ein Handy, viele Kabel

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Manche Smartphones sind mittlerweile so leistungsfähig, dass man sie mit Apps wie WhatsApp und Instagram bloß langweilt. Samsung beispielsweise pflegt mit »DeX« schon seit Jahren ein System, mit dem man seine Mobilgeräte an einen Bildschirm oder ans Display eines Notebooks anschließen und dann als Mini-Desktop-PC nutzen kann. Genau so etwas will Motorola jetzt auch bieten.

»Ready For« heißt die Technologie bei dem US-Unternehmen, das zum chinesischen Technologiekonzern Lenovo gehört. Und beim neuen Moto G100 ist »Ready For« auch gleich das herausragende Merkmal.

Wobei, ein bisschen übertrieben ist das schon. Eigentlich besticht das G100 damit, dass es für 500 Euro ganz schön viel bietet. Zum Beispiel einen Achtkern-Prozessor von Qualcomm, der vergangenes Jahr noch Top-of-the-line gewesen wäre, jetzt aber immerhin ausreicht, um das Smartphone nicht ins Schwitzen kommen zu lassen, auch nicht bei Büroarbeiten.

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Der Bildschirm des G100

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Das Display ist mit 6,7 Zoll groß genug, hat mit 2520 x 1080 Pixel eine ausreichend hohe Auflösung. Außerdem ist es meist hell genug und zeigt im Farbmodus »Natürlich« auch realistische Farben an. Der Arbeitsspeicher ist mit acht Gigabyte (GB) gut bestückt, der Speicherplatz mit 128 GB für grundlegende Ansprüche ausreichend, zumal er erweitert werden kann.

Auch Funkmodule für 5G und Wifi 6 sind eingebaut. Die Akkulaufzeit im Dauerbetrieb bei voller Helligkeit ist mit zwölf Stunden ausreichend, um über einen normalen Tag zu kommen. Nicht so erfreulich ist, dass das Gerät nur nach IP52 gegen Staub und Wasser geschützt ist. Einen leichten Regen sollte es so aushalten, ein Bad in einem Wasserglas nicht unbedingt.

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Um die Ultraweitwinkel-/Makro-Linse ist ein Ringlicht angebracht

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Der beeindruckende Kameraaufbau auf der Rückseite verspricht mehr, als er halten kann. Was nach einer Vierfachkamera aussieht, sind tatsächlich eine 64-Megapixel Weitwinkel-Kamera und eine Ultraweitwinkel- und Makrokamera mit 16 Megapixeln. Ihnen zur Seite stehen ein Tiefensensor, der beispielsweise für Porträtfotos wichtig ist, sowie ein Laser-Autofokus.

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Aufnahme mit »Spotfarbe«-Effekt

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Die Bildqualität beim Fotografieren ist bei guter Beleuchtung gut bis sehr gut, solange man auf das fehlende Teleobjektiv verzichten kann. Motorolas Foto-App ist prima zu bedienen und bietet neben der Makrofunktion einige interessante Extras. Bei der »Spotfarbe« etwa werden alle Farben bis auf eine in Graustufen umgewandelt. Videos nimmt das G100 in bis zu UHD-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunden ruckelfrei und ohne sichtbares Pumpen bei Helligkeitswechseln auf.

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Ein mit dem Moto G100 aufgenommenes Makro-Foto

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Viel Gefummel im Homeoffice

Der Karton, in dem das G100 geliefert wird, ist beeindruckend groß. Ganz entgegen dem Trend liefert Motorola nicht nur ein Kabel, sondern auch ein Netzteil mit. Zusätzlich liegt ein Kabel bei, mit dem man es per HDMI an einen Fernseher oder Beamer anschließen kann, etwa, um Filme anzusehen. Den meisten Platz beansprucht aber die Dockingstation, in die man das Handy zum Aufladen und für Videochats einstecken kann.

Außerdem dient sie als Verbindungsstelle zum Bildschirm, wenn man das G100 getreu dem Motto »Ready For« als PC-Ersatz verwenden will. Das setzt allerdings einen Haufen Zubehör samt Kabeln und etwas Geduld beim Zusammenbau voraus.

Für den Test schickte mir Motorola ein Display (Lenovo ThinkVision M14t, ca. 300 Euro), einen USB-Hub (71 Euro), eine Maus (17 Euro) und eine Multimediatastatur (59 Euro) aus dem Programm des PC-Herstellers sowie einen Xbox-Gamecontroller von Microsoft (50 Euro).

Beim Ausprobieren machte ich die Erfahrung, dass man nur die mitgelieferten Strippen verwenden sollte. Mein Versuch, etwa die Verbindung zwischen Dockingstation und Display mit einem eigenen hochwertigen Kabel herzustellen, scheiterte.

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Welchen Modus hätten Sie den gern?

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Wenn dann aber alles korrekt verkabelt und eingeschaltet ist, erscheint auf Display und Smartphone ein Auswahlbildschirm, in dem man auswählt, ob man chatten, spielen, fernsehen oder einfach in den Desktop-Modus umschalten möchte.

Hat man sich hier entschieden, fallen zwei Dinge auf: Zum einen, dass sich zwar alle Apps auf die Größe des Displays aufziehen lassen, aber nicht alle dafür angepasst sind, wie beispielsweise YouTube. Zum anderen, dass das G100 überhaupt keine Mühe damit hat, den viel größeren Bildschirm anzusteuern.

Das Android-Spiel »Real Racing 3« (siehe Fotostrecke) beispielsweise läuft darauf ebenso geschmeidig wie auf dem Handy selbst. Auch Filme von Netflix oder Amazon Prime Video machen keinerlei Probleme und wer mag, kann sein zum Pseudo-PC aufgewertetes Smartphone auch für so amüsante Dinge wie Textverarbeitung und Tabellenkalkulation benutzen. Einen Unterschied zu einem Notebook mit Googles Chrome OS wird man kaum feststellen, jedenfalls nicht, was die Performance angeht.

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Geräuschmessung an der Dockingstation: Durchschnittlich 41,5 Dezibel

Foto: Matthias Kremp / DER SPIEGEL

Nervig ist aber, dass der Lüfter der Dockingstation permanent läuft. Mit rund 40 Dezibel ist er zwar nicht sonderlich laut, er sorgt aber trotzdem für ein permanentes Hintergrundrauschen. Ebenfalls störend: Nach längere Arbeitspausen, in denen das Smartphone in den Ruhezustand umschaltete, verlor das Handy den Kontakt zu Maus und Tastatur. Vermutlich ist Lenovos USB-Hub der Auslöser für diese Probleme. Wer sich für ein solches System interessiert, sollte wohl lieber einen anderen Hub wählen.

Fazit

Pro und Contra

👍 Gute Leistung
👍 Umfangreiche Ausstattung
👍 »Ready For«-Konzept

👎 Umständlicher Aufbau für »Ready For«

Insgesamt ist das Moto G100 ein gutes Smartphone. Der Kauf lohnt sich in erster Linie, wenn man das mitgelieferte Zubehör, also das HDMI-Kabel und die Dockingstation, gebrauchen kann. Denn auch als PC-Ersatz macht das Gerät eine gute Figur, sofern man nicht auf Windows angewiesen ist.

Als sonderlich mobil würde ich eine solche Lösung aber nicht betrachten, dafür muss man etwa fürs Arbeiten zu viele Kabel und Zubehörteile mitschleppen und zusammenstecken. Auf kleinen Tischen in Flugzeugen und Zügen wird das nicht klappen. Zu Hause sieht das anders aus, wenn man das ganze Set-up fest verkabelt stehen lassen und einfach das Handy einstöpseln kann, wenn man heimkommt.

Faszinierend ist es definitiv, wie lässig selbst ein Mittelklasse-Smartphone wie das Moto G100 die Rolle eines Computers übernehmen kann. Eine Lösung für alle ist seine »Ready For«-Technik aber nicht. Allein für den Preis des mir geschickten Lenovo-Displays könnte man schon ein brauchbares Chromebook kaufen.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort

BereichÜber welche Produkte wird im Ressort Netzwelt berichtet?aufklappen

Über welche Produkte wir in der Netzwelt berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen vom Hersteller. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen.

BereichWoher kommen die Testprodukte?aufklappen

Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen bekommen wir in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen.

Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. In einigen Fällen kaufen wir Produkte auch auf eigene Kosten selbst, wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind.

BereichDürfen die Netzwelt-Redakteure die Produkte behalten?aufklappen

In der Regel werden Testgeräte nach dem Ende des Tests an die Hersteller zurückgeschickt. Die Ausnahme sind Rezensionsexemplare von Spielen und sogenannte Dauerleihgaben: So haben wir zum Beispiel Spielekonsolen und Smartphones in der Redaktion, die wir über längere Zeit nutzen dürfen. So können wir beispielsweise über Softwareupdates, neues Zubehör und neue Spiele berichten oder Langzeiturteile fällen.

BereichLassen sich die Netzwelt-Redakteure von Firmen auf Reisen einladen?aufklappen

Die Kosten für Reisen zu Veranstaltungen, egal ob sie in Deutschland oder im Ausland stattfinden, trägt DER SPIEGEL stets selbst. Das gilt auch dann, wenn beispielsweise aufgrund kurzfristiger Termine ein Unternehmen die Reiseplanung übernimmt.

Veranstaltungen, zu denen wir auf eigene Kosten reisen, sind unter anderem die Messen Ifa, CES, E3 und Gamescom sowie Events von Firmen wie Apple, Google, Microsoft oder Nintendo. Auf Konferenzen wie dem Chaos Communication Congress oder der re:publica bekommen wir in der Regel, wie auch andere Pressevertreter, kostenlose Pressetickets, da wir über die Konferenz berichten und keine klassischen Teilnehmer sind.

BereichWas hat es mit den Amazon-Anzeigen in manchen Artikeln auf sich?aufklappen

Seit Dezember 2016 finden sich in einigen Netzwelt-Artikeln Amazon-Anzeigen, die sogenannte Partner-Links enthalten. Besucht ein Nutzer über einen solchen Link Amazon und kauft dort online ein, wird DER SPIEGEL in Form einer Provision an den Umsätzen beteiligt. Die Anzeigen tauchen in Artikeln unabhängig davon auf, ob ein Produkttest positiv oder negativ ausfällt.

Source: spiegel

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